Luft ist ein wichtiges Lebensmittel. Jeder kann sich ausrechnen, wie lange wir ohne zu essen, zu trinken oder gar zu atmen auskommen würden. Dennoch ist es ein Lebensmittel, das schwerer zu kontrollieren ist als andere, weil dessen Qualität von Ort zu Ort stark schwanken kann.
300 Millionen Liter Luft gehen in einem Menschenleben durch die Lungen,ein vielfaches von dem, was wir an Flüssigkeit brauchen. 2010 haben die Vereinten Nationen das Recht auf sauberes Wasser als Menschenrecht anerkannt. Ein Menschenrecht auf saubere Luft gibt es noch nicht.
Vielleicht auch, weil es politisch nicht durchzusetzen wäre gegen Bedenken, dieses könnte Wirtschaftswachstum und bescheidenen Wohlstand in den Schwellenländern bremsen. China, das jahrelang auf Wachstum setzte, musste erkennen, dass die volkswirtschaftlichen Schäden von Luftverschmutzung enorm sein können. Atemmasken und Luftfilter helfen nur bedingt. Saubere Luft gibt es nicht wie Mineralwasser in Flaschen im Supermarkt zu kaufen.
Keinem Umwelteinfluß sind die Menschen so hilflos ausgeliefert wie denen aus der Luft, die sie zum Atmen brauchen. Deshalb sind die Bemühungen der Europäischen Union richtig, in den nächsten Jahren die Standards zur Luftqualität weiter zu verschärfen. Kurz vor Ende des Jahres der Luft 2013 hatte der zuständige EU-Umweltkomissar dafür ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Janez Potočnik schätzt, dass diese Maßnahmen bis 2030 pro Jahr rund 3,4 Milliarden Euro kosten, aber etwa das Zwölffache an Nutzen bringen werden durch geringere Gesundheitskosten sowie höhere Produktivität und Ernteerträge…
Quelle: Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)
Autor: Tilo Arnhold
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